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Abstract zum Programm 2004

One professor for one world
Prof. Dr. Rolf Pfeifer, Universität Zürich
The "global virtual lecture hall", a fully interactive video- conferencing setup connecting universities in Japan (Tokyo), China (Beijing), Saudi Arabia (Jiddah), Europe (Warsaw, Munich, Zurich), and the United States (Cambridge, Mass.), which served as the platform for "The AI Lectures from Tokyo", a semester-long lecture series in modern artificial intelligence, is introduced. I will discuss in particular issues concerning project management, technological requirements, stage engineering and sense of presence in the lecture hall, and additional demands and cognitive load on the lecturer. I will then speculate a bit about the title of the lecture, "One professor for one world?", the potential of such setups and their limitations.
E-Learning = Emotionaler Eisschrank? Die soziale Seite des Online-Lernens
Prof. Dr. Nicola Döring, TU Ilmenau, Fachgebiet Medienkonzeption / Medienpsychologie, Deutschland
Der Computer wird auch heute noch oft als Metapher für soziale und emotionale Kälte herangezogen. Er erscheint dann als Gegenpol zum Menschlichen, Sozialen und Emotionalen. Tatsächlich werden computervermittelte Interaktionen nicht selten als sehr unpersönlich empfunden. Andererseits hat sich aber auch gezeigt, dass vernetzte Computer ein hohes Maß an Sozialität und Emotionalität hervorbringen können, man denke beispielsweise an Online-Selbsthilfegruppen, E-Mail-Freundschaften oder Cyberliebe. Doch intensive Gefühle bis hin zur "Internet-Sucht" werden bislang eher mit Freizeitaktivitäten im Netz verbunden, weniger mit formalen E-Learning-Kontexten. Der Vortrag stellt aktuelle Ansätze vor, die das Online-Lernen auf affektiver Ebene aufwerten sollen, etwa indem sie die Gefühle der Beteiligten transparent machen, zum Umgang mit Emotionen anleiten, negative Emotionen reduzieren und/oder positive Emotionen auslösen.
Die weitere Entwicklung von PCs und deren Auswirkung auf E-Learning und unser Leben
Prof. Dr. Hermann Maurer, TU Graz
In diesem Vortrag wird erklärt, dass sich in den nächsten 7-10 Jahren PCs dramatisch weiter entwickeln werden, und dadurch gleichzeitig zu einem überall unverzichtbaren Begleiter werden, der in weltweite Computernetze eingebunden ist.
Nach einer kurzen Beschreibung wie man sich die Funktionalität der zukünftigen PCs vorzustellen hat wird auf Anwendungen in allen Bereichen des Lebens eingegangen. Es wird argumentiert, dass sich damit das Leben, ja sogar unser Selbstverständnis dramatisch ändern wird, und dass die bevorstehenden Entwicklungen auch beachtliche Gefahren mit sich bringen. Im Bereich e-Learning wird das "just in time" Lernen stark an Bedeutung gewinnen. Für manche Bereiche wird "augmented reality" unverzichtbar.
Andererseits verliert das Erlernen von Faktenwissen an Bedeutung, ist aber aus physiologisch- psychologischen Gründen dennoch nicht ganz verzichtbar. Die Frage, die immer mehr in den Vordergrund rückt ist nicht WIE lernt man am besten, sondern WAS soll eigentlich gelernt werden.
Zusammen-Lernen in Distanzen
Gianni Birindelli, ETH Zürich
Ausgehend von einem Szenario aus der Praxis der nächsten Zukunft wird das Projektziel einer "Zusammenarbeit, die nicht an einen bestimmten Standort gebunden ist, unter Studierenden verschiedener Hochschulen in Form der remote collaboration" vorgestellt.

Im Mittelpunkt der Präsentation stehen die didaktischen Inhalte, Erfahrungen und Perspektiven des Projektes sowie die Lehr- und Lernpotentiale, welche dieser besonderen Form der Zusammenarbeit eigen sind.

Von den Anfängen der ersten Phase im Jahr 2001 wird ein Bogen gespannt zu den aktuellen Ereignissen der Projektweiterführung in diesem Wintersemester 2004/05, die mit einer remote seminar Veranstaltung erweitert wird.

Ferner wird auch aufgezeigt, welche Einrichtung und Organisation eine normale Durchführung dieser Art der Zusammenarbeit benötigt und wie Studierende anderer Studiengänge diese viel versprechende, neue Unterrichtsform – analog zur Teambildung in unserer Architekturwelt – übernehmen und anwenden können.
WLAN-unterstützte Interaktion zwischen Dozierenden und Studierenden in der Vorlesung
Oliver Trachsel und Prof. Dr. Thomas Gross, ETH Zürich
In Vorlesungen mit vielen Studenten ist Interaktion zwischen Dozenten und Studenten nur in beschränktem Masse möglich. Oft beteiligen sich nur wenige Studenten aktiv an der Vorlesung und an alle Studenten gerichtete Fragen sind nur in sehr einfacher Form möglich (z.B. Ja/Nein Abstimmungen).

Immer mehr Hörsäle sind mit WLANs ausgerüstet und eine steigende Zahl von Studenten vefügt über Laptops, die sie zur Vorlesung mitbringen. Unser "Interaktivitäts-Enhancer" ist eine Software, die von dieser Entwicklung profitiert und via WLAN und Laptops ein einfaches und effizientes Kommunikationssystem bereitstellt. Dozenten können damit Fragen verschiedenen Typs an die Studenten versenden (Multiple Choice, Zuordnung, Bewertung, etc.). Um den Zusatzaufwand zu minimieren werden die Antworten der Studenten wo immer möglich automatisch verarbeitet und in Grafiken übersichtlich zusammengefasst. Der Dozent kann dadurch während der Vorlesung sofort Feedback darüber erhalten, wie gut die Studierenden den präsentierten Stoff aufnehmen und wo noch Probleme bestehen. Studenten können Fragen an den Dozenten richten. Mitstudenten haben die Möglichkeit, solche Fragen zu bewerten, d.h. anzugeben, ob sie auch interessiert sind oder nicht. Der Dozent kann dadurch vielseitig gewünschte Fragen zuerst und ausführlicher beantworten und anderen, nur von einzelnen Studenten gewünschten Fragen weniger Zeit widmen.

Nebst der Vorstellung der Software berichten wir über erste Erfahrungen im Unterricht.
ALPECOLe - Lehrerfahrungen und Migration auf OLAT
Prof. Dr. Peter J. Edwards
ALPECOLe - Lehrerfahrungen und Migration auf OLAT
Unsere ersten Erfahrungen beim Einsatz des internetbasierten Kurses ALPECOLe – Alpine ecology and environments waren recht positiv. Die Studierenden zeigten sich im kursbegleitenden Seminar motiviert und engagiert und erzielten im Schlusstest gute Ergebnisse.
Für die meisten Studierenden war dies der erste e-learning Kurs. Teilweise würden die Studierenden einen engagierten Dozenten gegenüber dem recht annonymen Lernen am Computer bevorzugen. V.a. das Lesen am Bildschirm wird von einigen der Studierenden als mühsam betrachtet, während andere Studierende in dieser Hinsicht keine Probleme haben. Andererseits schätzten die Studierenden die Vorzüge dieses Mediums wie eine ansprechende Darstellung durch geeignetes Bildmaterial, das online-Glossar und die Verlinkung zwischen den Inhalten. Besonders interaktive Elemente werden als gut und hilfreich angesehen. Und die zeitlich flexible Nutzungsmöglichkeit des e-learning Kurses wird ebenfalls als ein grosser Vorteil gegenüber herkömmlichen Veranstaltungen gesehen.
Bisher läuft der Kurs in einer Plattform-unabhängigen Form. Eine Migration auf OLAT wird voraussichtlich im Juli/August 2004 stattfinden. OLAT wurde parallel zum eigentlichen Kurs bereits bisher als Kommunikationsplattform zwischen den Kursteilnehmern und den Kursleitern genutzt. Dies wird durch eine Implementierung von Alpecole in OLAT wesentlich vereinfacht und auch die weiteren Vorteile dieser Plattform können dann genutzt werden.
Lernumgebung Volkswirtschaftslehre - Zur Bedeutung von Lehrveranstaltungen im Zeitalter des E-Learnings
Prof. Renate Schubert, ETH Zürich
Bestandteil der Lernumgebung Volkswirtschaftslehre sind Zusammenfassungen des traditionell in Lehrveranstaltungen vermittelten Stoffs. Diese Zusammenfassungen sind nun elektronisch vor der jeweiligen Vorlesungsstunde verfügbar. Als Folge hiervon besuchen viele Studierende die Lehrveranstaltung nicht mehr, sondern erarbeiten sich den Vorlesungsstoff selbständig mit Hilfe der elektronischen Lernumgebung und bereiten sich damit auch auf die Leistungskontrollen vor.
Dies wirft die Frage auf, was nun noch Gegenstand von Vorlesungsstunden sein soll. Offenbar macht es keinen Sinn, sich auf die pure Stoffvermittlung zu beschränken. Vielmehr erscheint es sinnvoll, zumindest einen Teil der Vorlesungszeit für Fallstudien oder generell für Anwendungsbeispiele zu verwenden. Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob bzw. in wieweit diese Beispiele auch Gegenstand von Leistungskontrollen sein sollen oder dürfen.
Eine weitere Frage ist die nach dem Aufwand von Dozierenden und Studierenden. Die Schaffung einer elektronischen Lernumgebung bedeutet erheblichen Zusatzaufwand für die Dozierenden, der durch die ergänzende Vorbereitung von Anwendungsbeispielen noch vergrössert wird. Aber auch die Studierenden werden bei Vorhandensein einer solchen Lernumgebung einen höheren Aufwand haben als bei traditionellen Vorlesungen, wobei dieser Aufwand durch die Behandlung von ergänzenden Anwendungsbeispielen, die relevant für Leistungskontrollen sind, noch deutlich gesteigert werden dürfte. Worin kann dann der Mehrwert von Lernumgebungen und ihrer Folgeeffekte bestehen?
Beide oben erwähnten Fragekomplexe werden – bezogen auf das Beispiel der Volkswirtschaftslehre – erörtert.
Studierende beim Lernen mit DOIT unterstützen
Dr. Roger Kropf, Universität Zürich
DOIT- Dermatology Online with Interactive Technology - ist ein virtueller Lehrgang in Dermatologie für Studierende der Humanmedizin, in welchem den Studierenden begleitend zum Vorlesungsunterricht die Grundlagen der Dermatologie vermittelt und vertieft werden. Bei der Planung und Realisation dieses Swiss Virtual Campus- und ICT-Projektes ist Wert darauf gelegt worden, die Studierenden beim Lernen am Computer zu unterstützen. Im Referat werden dabei folgende Aspekte vorgestellt und kommentiert: Anmeldung über AAI, Kontaktmöglichkeiten per Email, Feebacks an Studierende und Autoren, individuelle Notizblockfunktion, Spracheinstellungen sowie Verknüpfung der Lernobjekte zur Erleichterung des Lernens mit unterschiedlichen Lernstilen.
E-Learning Module in der medizinischen Grundausbildung: Erfahrungen und Entwicklungen
Prof. Dr. Peter Groscurth, Universität Zürich
In der medizinischen Grundausbildung wurden in den letzten Jahren diverse e-learning Programme als unterrichtsbegleitende oder –ergänzende Module in Vorlesungen und in Praktika integriert. Die mit der Herstellung, der Verbreitung und dem Unterhalt verbundenen Probleme dürfen aber nicht unterschätzt werden. An Hand des Ausbildungsgangs ‚Histologie’ sollen einige der Probleme verdeutlicht werden.
1996 und 1998 wurde jeweils ein Programm für die Vorlesung (Interaktiver Histologie-Atlas) und für das Praktikum (Virtuelles Mikroskop) entwickelt. Beide Programme mussten wegen der fortschreitenden technischen Entwicklung im Abstand von 2 bis 3 Jahren entweder neu geschrieben oder angepasst werden. Die ursprünglich mit kommerziellen Programmen (Apple Media Tool, bzw. Toolbook) gestalteten Module wurden in allgemein zugängliche Programme (z.B. HTML) umgeschrieben. Durch die Änderungen konnte die Qualität der Bilder wesentlich verbessert werden und es konnten flexible Tests integriert werden. Ferner wurden ‚Autoren-tools’ entwickelt, die eine problemlose Aktualisierung der Inhalte erlauben. Während die ursprünglichen Versionen nur via CD angeboten wurden, sind die neu gestalteten Programme auch via Intra- und Internet zugänglich, was zu einer deutlich gesteigerten Nutzung geführt hat. Die didaktische Qualität beider e-learning Module wurde laufend durch Fragebogen oder ‚online’ evaluiert. Trotz hoher Akzeptanz von Seiten der Studierenden konnte aber bisher keine signifikante Verbesserung der Prüfungsleistungen festgestellt werden.
Studierendenumfragen in drei Fakultäten im Vergleich
Dr. Annette Langedijk, Urs Leemann, Dr. Björn Theise, Universität Zürich
Im Jahr 2003 führten die drei Fakultäten (MF, RWF, VSF) bei ihren Studierenden jeweils eine Umfrage durch. Die Erstellung der Fragebögen wurde koordiniert durchgeführt, wobei fakultätsspezifische Fragestellungen berücksichtigt wurden.
Themenbereiche der Befragung waren:

• die technische Infrastruktur und Internet-Erfahrungen
• E-Learning-Erfahrungen
• Bedarf an öffentlichen Computer-Arbeitsplätzen

Die Auswertung der Umfrage zeigt bei allen Fakultäten, dass die Einstellung der Studierenden gegenüber E-Learning-Angeboten sehr positiv ist. Grundsätzlich wird aber der Ersatz von Frontalvorlesungen zugunsten von E-Learning abgelehnt.
Aus den drei Umfragen lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Studierenden an den Fakultäten herausarbeiten.
Eine CD-ROM vermarkten - Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit einem Verlag
Dr. des. Christa Stocker, Zürcher Hochschule Winterthur, Winterthur
Viele gute E-Learning-Produkte, die mit grosser Energie und unter Einsatz z.T. beträchtlicher finanzieller Mittel entwickelt worden sind, verschwinden nicht selten nach kurzer Zeit wieder von den Bildschirmen, weil sie nur von den initiierenden DozentInnen eingesetzt werden. Um der geplanten CD dieses Schicksal möglichst zu ersparen und die Nachhaltigkeit des Projekts zu sichern, wurde im Projekt "Studien-CD Linguistik" von Beginn weg mit einem Verlag zusammengearbeitet, der die Vermarktung der CD übernehmen sollte. Die "Studien-CD Linguistik" ist unterdessen erschienen und wird über den Buchhandlung vertrieben.

Will man ein E-Learning-Produkt kommerziell vermarkten und arbeitet man dazu mit einem Verlag zusammen, gilt es – im Unterschied zu Projekten, die allein auf die inneruniversitäre Verwendung und Verbreitung abzielen – jedoch Fragen zu berücksichtigen, die sonst in der universitären Arbeit und Forschung kaum eine Rolle spielen, sei es im Bereich der Urheberrechte, da diese für alle verwendeten Materialien rechtsgültig eingeholt werden müssen, oder in der Informationspolitik, wenn eine Änderung des Projektplans ansteht.
Basierend auf den Erfahrungen aus dem ICT-Projekt "Studien-CD Linguistik" wird im Vortrag exemplarisch auf die speziellen Voraussetzungen und Bedingungen eingegangen, die sich aus der kommerziellen Vermarktung eines E-Learning-Produkts und der Zusammenarbeit mit einem Verlag ergeben.
 

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