Konzept erstellen im Detail
E-Learning-Podcast der ETH Zürich
Der monatlich erscheinende Podcast zum Thema E-Learning:
Podcasting-Beiträge aus dem NET-Blog
Folgende Fragen muss Ihr Podcastkonzept beantworten können:
- Wer wird den Podcast produzieren?
Aus den Einsatzszenarien können Sie sich Anregungen holen, ob Sie selber einen Podcast produzieren oder ob Sie die studentische Podcastproduktion als Mittel in Ihrer Lehrveranstaltung einsetzen möchten. Diese Entscheidung hängt eng mit dem Ziel zusammen, das Sie mit dem Podcast verfolgen (s.u.).
- Welches didaktische Ziel möchten Sie mit dem Podcast verfolgen?
Ein Lehrziel hilft Ihnen, den optimalen Platz des Podcasts in Ihrem Unterricht zu finden. Ausgehend vom Lehrziel können Sie dann den Einsatz und den Inhalt des Podcasts viel einfacher konkretisieren. Beispiele für Lehrziele:
- Sie können Studierende so auf ein Thema vorbereiten, dass diese motiviert an die Sache herangehen.
- Sie können bereits vermitteltes Material rekapitulieren und dieses mit neuem Inhalt verknüpfen. Dadurch können Sie mentale Brücken in den Köpfen der Studierenden schlagen.
- Sie können einen Überblick über ein Lernthema geben und damit den Stoff in den Köpfen der Studierenden mental vorstrukturieren.
- Sie können eine bestimmte Lerntätigkeit anweisen und dabei bekannt geben, was Sie erwarten und wie diese Erwartungen am besten zu erfüllen sind.
- Sie können Studierende dazu gewinnen, selber einen Podcast zu einem Thema zu produzieren (z.B. als Ersatz für einen Vortrag, einen Audioguide, Erfahrungsberichte, etc.).
- Welchen Inhalt wählen Sie für den Podcast?
Egal, ob Sie oder Studierende etwas zu Ihrem Fachgebiet produzieren, ob Sie Experteninterviews machen, ob Sie zusammenfassen, Hintergründe liefern oder anleiten: In jedem Fall sollte man auf übermässig komplexes und dichtes Material verzichten. Dieses wird effektiver in Seminaren und Diskussionen behandelt. Sie sollten davon ausgehen, dass Podcasts nebenher konsumiert werden, also in der Freizeit, im Zug, auf dem Weg zum Bahnhof etc. Das heisst, es können keine Notizen zum Podcast festgehalten werden und die Konzentration auf den Inhalt dürfte reduziert sein.
- Welches technische Podcastformat wählen Sie (Audio, Enhanced, Video)?
Neben dem klassischen Audio-Podcastformat, das einfach aus einer Tondatei besteht, gibt es auch Enhanced- und sogar Video-Podcasts. Ein Enhanced Podcast besteht aus einer Tonspur und parallel angezeigten Bildern und Links. Ein Hörer eines Enhanced Podcasts wird also in Ergänzung des Gesprochenen auf dem Computer oder iPod kleine Bilder anschauen können (z.B. Folien). Ein Videopodcast ist im Wesentlichen eine regelmässig erscheinende Videosequenz, die auch auf einem iPod konsumiert werden kann. Bedenken Sie, dass der Aufwand zwischen einem Audiopodcast und Videopodcast exponentiell zunehmen kann (je nach Szenario). Die Multimedia Services beraten Sie dazu gerne.
- Wie gestalten Sie den Podcastinhalt?
Wiederkehrende Rubriken sind eine gute Möglichkeit, Podcasts zu strukturieren. Diese Rubriken können Sie für jede Ausgabe neu mit Inhalt füllen, ähnlich einer Radiosendung. Für den gesamten Podcasts wird eine Programmlänge zwischen 5 und 15 Minuten empfohlen. Als Tipp: Je freier Sie sprechen, je informeller und persönlicher der Inhalt präsentiert wird, desto entspannter wird man Ihnen zuhören. Leichtfüssigkeit und Emotionalität sind – neben anderen Aspekten – die grossen Stärken des Mediums Podcast.
- Wie machen Sie den Podcast verbindlicher?
- Die Absicht des Podcasts muss für die Studierenden klar erkennbar sein (Ziel und Zweck).
- Der Podcast soll nicht „bloss“ eine nette Ergänzung zur Lehrveranstaltung sein, sondern einen echten Mehrwert bieten (Hintergrundsinformationen, Zusammenfassungen, Erfahrungsberichte, etc.).
- Im Idealfall integrieren Sie den Podcast fest in Ihre Lehrveranstaltung, d.h. Sie lassen Studierende Podcasts erstellen oder machen Ihren eigenen Podcast zum Bestandteil einer erforderlichen Lerntätigkeit.